

"Dass ausgerechnet der niedersächsische Umweltminister Sander den Grundstein für das neue Kohlekraftwerk in Wilhelmshaven legt, ist dreist", dies erklärte der Auricher Bundestagsabgeordnete Thilo Hoppe (Bündnis 90/Die Grünen) jetzt in einer Pressemitteilung. Diese Aktion lege den Verdacht nahe, dass Minister Sander den Bau einer "Dreckschleuder" als Umweltschutzmaßnahme verkaufen oder sich einen zukünftigen Aufsichtsratsposten in der Energiewirtschaft sichern wolle.
Zur niedersächsischen Landesregierung scheine immer noch nicht durchgedrungen zu sein, wie klima-, umwelt- und gesundheitsschädlich Kohlekraftwerke sind. Allein das von Electrabel jetzt in Wilhelmshaven gebaute Kohlekraftwerk würde jährlich rund 4 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich emittieren – und dazu noch besorgniserregend hohe Mengen von Schwermetallen.
Der Bau von Kohlekraftwerken sei auch volkswirtschaftlich nicht sinnvoll, meint der Auricher Bundestagsabgeordnete. Die Kosten für den Bau der Anlage in Wilhelmshaven würden explodieren. Und die Kosten für die notwendigen CO2-Zertifikate ab 2013 würden von dem Kraftwerk nicht erwirtschaftet werden können. Für Hoppe sei klar: "Das Kohlekraftwerk müssen die Bürgerinnen und Bürger über höhere Steuern subventionieren oder über höhere Energiepreise bezahlen."
Nach sehr glaubwürdigen Aussagen der Stadtwerke Emden könnten diese bereits im kommenden Jahr mit ihren Windkraftanlagen den Strom günstiger produzieren, als er am Strommarkt gehandelt werden würde. Dies sei die Zukunft, so Hoppe. Der Bau und die Planung von Kohlekraftwerken blockiere indes wichtige Investitionen, welche im Bereich der Erneuerbaren Energien, dem Ausbau von dezentraler Kraft-Wärmekopplung und Maßnahmen zur Energieeinsparung um ein vielfaches sinnvoller wären.