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Rückenwind vom Staatsoberhaupt bekamen jetzt die Entwicklungspolitiker des Deutschen Bundestages. Bei einem Gespräch in Schloss Bellevue, das vom Vorsitzenden des Entwicklungsausschusses, dem Auricher Bundestagsabgeordneten Thilo Hoppe (Bündnis 90/Die Grünen) moderiert wurde, betonte Bundespräsident Horst Köhler die Notwendigkeit, der Globalisierung ökologische und soziale Leitplanken zu geben und besonders gegenüber Afrika für mehr Gerechtigkeit zu sorgen.

Treffen in Schloss Bellevue: Horst Köhler begrüßt Thilo Hoppe
Seinen Gesprächspartnern, den Obleute aller Fraktionen im Bundestagsausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, riet Köhler, selbstbewusster aufzutreten und noch lauter ihre Stimme zu heben, wenn Partikularinteressen der Gerechtigkeit im Wege stünden. Als Beispiel führte Köhler ein Fischereiabkommen zwischen der Europäischen Union und westafrikanischen Staaten an, das zur Überfischung afrikanischer Fischgründe durch europäische Industrieschiffe geführt und Tausende von einheimischen Fischern in den Ruin getrieben hätte.

Horst Köhler mit den Fraktionsvertretern, die sich für die
Entwicklungspolitik und mehr Gerechtigkeit Im
Nord-Süd-Verhältnis engagieren
Thilo Hoppe dankte dem Präsidenten für die offenen Worte und den Rückenwind, den er den Entwicklungspolitikern gebe. Den hätte man auch nötig, weil die Entwicklungspolitiker oft als "Gutmenschen" abgetan würden und es schwer hätten, sich gegenüber knallharten Wirtschaftsinteressen der Exportindustrie oder des Agrobusiness durchzusetzen. Er hoffe, dass Köhler für eine weitere Amtszeit kandidieren werde.