

Sterbenskrank und keine Hoffnung mehr? Wer möchte in diesem Fall nicht gerne selbstbestimmt über sein Ende entscheiden können? Aber was geschieht, wenn dies krankheitsbedingt nicht mehr möglich ist? Um diesen Fall zu regeln, entscheiden sich immer mehr Menschen für eine Patientenverfügung. Doch beklagen Betroffene bereits seit Jahren die rechtliche Unsicherheit, die in Bezug auf die Patientenverfügungen herrscht.
Deshalb trafen sich die Parlamentarier des Deutschen Bundestages am 29. März 2007 das erste Mal, um im Plenum des Bundestages über ein mögliches Gesetz für Patientenverfügungen zu diskutieren. Es war eine nachdenkliche, emotionale und sehr persönliche Debatte, die dort - jenseits der sonstigen Fraktionszwänge - über mehrere Stunden geführt wurde.
Nach Beratungen innerhalb der Fraktionen soll die Diskussion nach der Sommerpause im Bundestag fortgeführt, evtl. bereits über konkrete Gesetzesanträge beraten werden. Aber die Auffassungen der Politiker gehen weit auseinander, drei verschiedene fraktionsübergreifende Positionen haben sich bereits herauskristallisiert unter den Befürwortern einer gesetzlichen Regelung. Einige Parlamentarier halten ein Gesetz generell für überflüssig.
Soll am Ende der freie Wille der betroffenen Person maßgeblich bestimmend sein oder soll die staatliche Verantwortung für den Lebensschutz über die Selbstbestimmung des Betroffenen gestellt werden? Wann dürfen lebensnotwendige medizinische Maßnahmen unterlassen werden und wann nicht? Um die verschiedenen Fragen und Positionen sowie die entsprechende Einschätzung von Fachleuten einer größeren Öffentlichkeit nahe zu bringen, aber auch um zu einer eigenen Entscheidungsfindung zu gelangen, möchte der Auricher Bundestagsabgeordnete Thilo Hoppe (Bündnis 90/Die Grünen) alle Interessierten herzlich einladen zu einer öffentlichen Diskussion zum Thema "Patientenverfügung – Auf Leben und Tod?".
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 28. Juni 2007, um 20.00 Uhr in Shafie's Speicher in Norden (Neuer Weg 77) statt. Als Podiumsgäste zugesagt haben Anneke Dehne von der Hospizgruppe Norden, Dr. med. Peter Figur (Facharzt für Allgemeinmedizin), Anneliese Schelten (Rechtsanwältin und Notarin) sowie der Auricher Pastor Peter Schröder-Ellies.
Zu der Veranstaltung sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.