Logo der BundestagsfraktionHeadbanner_hoppe-uns-gehts_NEU

31. Mai 2007

Heiligendamm: Hoppe sucht „das Loch in der Mauer“

Abgeordneter setzt sich für friedlichen Dialog ein

Aurich/Berlin/Rostock. Am morgigen Samstag steigt der Auricher Bundestagsabgeordnete Thilo Hoppe um 5.40 Uhr in Leer in einen Bus der Verdi-Gewerkschaftsjugend, der ihn zur Großdemonstration anlässlich des bevorstehenden G8-Gipfels in Heiligendamm bringt. In Rostock werden mehr als 100.000 Menschen erwartet, die mit ihrer Kundgebung die Staatschefs der reichsten Länder dieser Welt auffordern werden, energischer gegen den Klimawandel vorzugehen und mehr Geld für die Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika bereitzustellen. Ein breites Bündnis von attac über Greenpeace, den BUND, der Gewerkschaftsjugend, kirchlicher Gruppen, der Linkspartei und den Grünen haben zu den Protesten aufgerufen.

Hoppe hat in einem Rundbrief sowie in einer Presseerklärung zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen, sich dabei aber auch scharf von linken Splittergruppen distanziert, die in der Gewaltfrage nicht eindeutig sind. "Randale würde der Ausstrahlungskraft einer solchen Kundgebung schaden. Es geht darum, die inhaltlichen Anliegen kreativ und sympathisch rüberzubringen", erklärt er und ist davon überzeugt, dass 99 Prozent der Teilnehmer der Demonstration dies ähnlich sehen.

Er ist sich darüber im Klaren, dass – wenn die Bundestagswahlen anders ausgegangen wären – Politiker der Grünen in Heiligendamm auch auf der anderen Seite des Absperrungszaunes, auf dem offiziellen G8-Gipfel, eine Rolle spielen und versuchen würden, die Agenda des Gipfeltreffens im grünen Sinne mitzugestalten. Deshalb würde eine reine Protesthaltung grüner Abgeordneter jetzt nicht glaubwürdig sein, meint er.

Zusammen mit seiner Bundesvorsitzenden, Claudia Roth, und zwei weiteren Kollegen aus der grünen Bundestagsfraktion beteiligt sich Hoppe deshalb nicht nur am 2. Juni an der Großdemonstration, sondern vom 5. bis 7. Juni auch an dem Alternativ-Gipfel in Rostock, zu dem neben attac und Umweltschutzverbänden auch die Heinrich-Böll-Stiftung und der Evangelische Entwicklungsdienst einladen. Auf sieben Großpodien und in mehr als 120 Workshops diskutieren dort Teilnehmer aus aller Welt über Alternativen zu einer Globalisierung, bei der nur die Profitmaximierung im Vordergrund steht.

Hoppe beteiligt sich an einer Podiumsdiskussion zum Thema "Recht auf Nahrung" und bietet zusammen mit zwei Wissenschaftlern einen Workshop an, bei dem neue Formen der zivilen Konfliktbearbeitung vorgestellt und auch ausprobiert werden. Titel: "Das Loch in der Mauer – Ein Experiment". Dabei soll das Spannungsfeld zwischen dem offiziellen und dem Gegen-Gipfel unter die Lupe genommen werden.

Mit einem großen Solidaritätskonzert am 7. Juni, zu dem unter anderem Herbert Grönemeyer, Bono, die "Toten Hosen" und Sportfreunde Stiller erwartet werden, klingt der Alternativ-Gipfel in Rostock aus.