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7. Juli 2006

Grüner Salon am 6. Juli 2006 zur Zukunft der Auricher Altstadt

Sonierungskonzept gefordert

"Wir brauchen ein konkretes Sanierungskonzept für die Auricher Altstadt mit klar formulierten Zielen" - so lautete eine der Forderungen auf der Veranstaltung "Leben in der Auricher Altstadt", die im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Grüner Salon" im Knodtschen Haus stattgefunden hat.

Grüner Salon Altsstadt 350
Foto (von links nach rechts): Thilo Hoppe, Mareka Hillerns (Sprecherin
von B'90/Die Grünen OV Aurich), Bruno Schachner (stellvertretender
Bürgermeister und Fraktionsvorsitzender von B'90/Die Grünen im
Stadtrat Leer, Cornelius Harms (Auricher Immobilienmakler)

Zu der Politik-Talkshow, die der Auricher MdB Thilo Hoppe in regelmäßigen Abständen in seinem Zuständigkeitsbereich durchführt, hatte mit ihm gemeinsam der Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen Aurich eingeladen. Neben weiteren Gästen begrüßte Hoppe zunächst den stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Leer sowie Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Stadtrat Leer, Bruno Schachner.

Schachner, der seit fast 20 Jahren im Rat der Stadt Leer vertreten ist, referierte zu Beginn kurz über die Geschichte der Altstadtsanierung in Leer. "Die Sanierung hat bereits 1975 begonnen und ist erst jetzt – nach 30 Jahren – abgeschlossen", so Schachner. 45 Millionen Euro hat sie gekostet, wobei die Hälfte der Gelder aus Städtebauförderprogrammen stammten. Eine massive Bürgerbewegung hatte zuvor – zu Beginn der 1970er Jahre - Pläne zu Fall gebracht, die große Straßenschneisen durch die Stadt Leer vorsahen.

"Diese Protestmentalität in Bezug auf den Verkehrsentwicklungsplan hat in Aurich damals leider gefehlt", bedauerte Mareka Hillerns, die für den Ortsverband B'90/Die Grünen auf dem Podium saß. Was die Zukunft der Auricher Altstadt beträfe, müsse die Mehrfachnutzung von Häusern festgeschrieben werden. "Sanierung der kleinen Häuser zur Wohnnutzung für Alt und Jung, verschiedenste Dienstleistungen, soziale Einrichtungen und breit gefächerte Einkaufsmöglichkeiten, dazu ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Fußgängern, Radfahrern und Autofahren, - so stelle ich mir attraktives Wohnen in der Altstadt vor", resümierte Hillerns.

Für Cornelius Harms, Immobilienmakler aus Aurich, ist besonders wichtig, dass die Altstadtsanierung als Gesamtkonzept durchgesetzt wird. "Wir dürfen dem Markt nicht freien Lauf lassen, sondern müssen die Fläche gesamt überplanen. Dann kann auch kein Eigentümer sich querstellen". Ein bereits vorhandener Plan der Stadt Aurich könne diesbezüglich als Diskussionsgrundlage für Bürger und Politiker fungieren. "Die Städte werben sich Bewohner und Kunden ab. Aurich muss sich ranhalten, um diesen Städtewettkampf nicht zu verlieren", so Harms.

Besonders wichtig für ein Sanierungskonzept sei es, erst in Zusammenarbeit mit den Bürgern die Sanierungsziele zu formulieren, und – in Folge - Sanierungsgelder für die Besitzer ausschließlich nach den formulierten Vorgaben zu vergeben. "In Leer darf nichts passieren, was gegen die Ziele der Sanierung verstößt", so Schachner.

Thilo Hoppe beendete die Veranstaltung mit der Aufforderung an den Stadtrat, die Bürger in den Entscheidungsprozess mit einzubeziehen. "Wir wünschen uns ein Sanierungskonzept mit Bürgerbeteiligung, einen entscheidungsfreudigen und starken Stadtrat, der das nötige Feingefühl entwickelt, um die Bürger zu motivieren und einzubeziehen." Zum Schluss bedankte er sich bei Jonas Gudegast, der mit seinem E-Piano das Publikum in den Pausen mit klassischen Stücken stilvoll unterhalten hatte.